Austausch Karlsbad – Tarare 2026
Ein Bericht über den Aufenthalt in Tarare vom 03.05. – 08.05.2026
Nach einer sechsstündigen Fahrt in der ersten Klasse des TGVs wurden wir am 03.05. 2026 herzlich mit Bisous und Umarmungen von unseren Gastfamilien empfangen. Wir wohnten ganz unterschiedlich. Manche wohnten in einem kleinen Dorf direkt neben Kühen, andere wohnten fast schon in der Großstadt Lyon. Am Montag ging es dann für uns nach Tarare, wo wir herzlich mit Croissants und Orangensaft vom Direktor des Lycées (Gymnasiums) begrüßt und von unseren jeweiligen Austauschschülern herumgeführt wurden. Anschließend fanden wir uns in Gruppen wieder, um die Stadt bei einer Fotorallye zu entdecken. Bei dieser Rallye tanzten manche Gruppen Macarena auf der Straße und andere hatten es sich zur Aufgabe gemacht, einen Berg hochzuwandern, um von dort den perfekten Blick auf die Stadt zu haben (oder fluchten über diese Idee; kam drauf an.). Anschließend aßen wir in der Kantine, die viel größer war als in Deutschland und auch einen riesigen Topf mit Zucker zum Verfeinern der Desserts bereithielt. In Deutschland würde es das so nicht geben, da sich sonst die Eltern beschweren würden. Aber dort gab es das, da sich sonst die Schüler beschweren würden. Mit gefüllten Mägen und neuer Energie hatten wir ursprünglich geplant, ein französisches Ballsportspiel namens „Thèque“ zu spielen, da es aber regnete und dementsprechend matschig war, machten wir spontan eine kleine Olympiade, die aus Pantomime, „Schere-Stein-Papier“ und „Tic Tac Toe“ bestand. Nachdem wir den ganzen Tag bereits von Französisch umgeben waren, galt es für uns unser Spanisch auszupacken, beim gemeinsamen Crêpes- Essen mit den spanischen Austauschschülern. Am Dienstag ging es schon mit einigen neu gelernten Wörtern und Eindrücken der französischen Kultur mit einem frühen Zug nach Lyon, wo wir zuerst das „Musée des Illusions“ und anschließend, nach einer Picknickpause, das architektonisch großartige „Musée des confluences“ besuchten, an dem sich die beiden Flüsse Lyons (die Rhône und die Saône) treffen. Dort lernten wir einiges über den Weltraum, Dinosaurier und Mammuts sowie in einer temporären Ausstellung über Mali Wissenswertes über den Ursprung der Zombies und deren Entwicklung. Am nächsten Tag durften wir in den französischen Unterricht hineinschnuppern. Hier spielten manche von uns Basketball, andere vergrößerten ihr Wissen über französische Lyrik und Reimschemata. Zwischen den Stunden schnupperten wir auch in die lokale Bäckerei: „Le Quai Gourmand“ hinein, um dort gemeinsam mit den – schon seit 3 Uhr nachts arbeitenden (!) – Bäckern Croissants auszurollen und zu lernen, wie man diese backt und herstellt. Die Bäcker erzählten uns spannendes Fachwissen über ihren Beruf, wie z.B., dass ein Croissant in Tarare 1,10 Euro kostet und in Lyon oft mehr als das Doppelte. Auch benötigen Bäckereien in Frankreich zur Herstellung der Croissants eine besondere Butter aus der Bretagne, die das sogenannte AOP-Siegel trägt. Den kompletten Nachmittag und Abend hatten wir frei und verbrachten diesen mit unseren Austauschschülern und deren Familien. Sprich, wir gingen shoppen, aßen, bowlten, spielten zusammen Monopoly und UNO oder schauten einen Film. Wir wuchsen so richtig zusammen. Am Donnerstag allerdings mussten unsere Austauschschüler in den Unterricht gehen und zum Teil auch einen Mathetest mitschreiben (Tja. C´est la vie!), während wir eine außerordentliche Führung durch die Basilika „La Fourvière“ in Lyon besuchten, bei der wir auch auf das Dach hochdurften. In der „Maison des Canuts“ haben wir etwas über die Geschichte von Fashion und die Seidearbeiter in Lyon erfahren, gesellschaftliche Fragen diskutiert und am Ende sogar ein Seidencocon als Andenken erhalten. Die außerordentliche Streetart der Stadt wurde uns ebenfalls nähergebracht. An unserem letzten gemeinsamen Abend feierten wir schließlich eine Poolparty, lachten, verbrachten unvergessliche Momente zusammen, aber mussten uns mit Tränen teils schon von den Ersten wieder verabschieden. Freitag morgen gegen 10 Uhr verabschiedeten wir uns schließlich von den Letzten und fuhren in Erinnerungen schwelgend zurück. Denn schon in dieser kurzen Zeit konnten wir so unglaublich viele Eindrücke der französischen Kultur und Sprache mitbekommen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten feststellen, einander inspirieren, lachten über gemeinsame Insider und wussten einfach, dass wir diese Zeit nie mehr vergessen würden.
Polly Ritter, 9a