Schüleraustausch des Karlsbader Gymnasiums und der Wilhelm-Röpke-Schule mit der Partnerschule in Gatschina/Russland

Dialog und gegenseitiges Verstehen brachten Bürgermeister Rudi Knodel und Schulleiter Christian Wehrle als zentrale Wünsche beim Empfang der russischen Schülerinnen und Schüler am Montag, 24. November im Karlsbader Gymnasium zum Ausdruck.

14 Schülerinnen und Schüler des Uschinskij-Gymnasiums aus Gatschina weilten vom 22. bis 29. November 2014 in Deutschland. Die deutschen Schülerinnen und Schüler konnten sich bereits im September vor Ort in Gatschina mit der russischen Kultur vertraut machen, bevor sich die russischen Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Bild von Deutschland machen konnten. Organisiert wurde dieser interkulturelle Austausch von den Karlsbader und Ettlinger Lehrerinnen Katrin Evert-Haß, J. Wortmann und A. Zubcic.

In Russland bot sich den Teilnehmern ein vielfältiges Programm, wobei auch in Einblicke in Wirtschaft und Soziales nicht fehlen durften. So wurden im September unter anderem eine Fabrik für Gobbelins, eine Einrichtung für benachteiligte Kinder und das Uschinkskij-Gymnasium selbst besichtigt. Das kulturelle Programm beinhaltete eine Schloss- und Parkführung in Gatschina und Puschkin, eine Parkführung im Peterhof, eine ausführliche Stadtführung durch St. Petersburg sowie eine Besichtigung der Eremitage. Aufgrund dieses Programms konnten so ein vielfältiger Eindruck in die russische Kultur und Geschichte erlangt werden, wobei auch deutlich wurde, wie in der heutigen Zeit das Bewusstsein eigener Traditionen in einem positiven Sinne gepflegt werden kann.

Beim Empfang in Karlsbad betonte Bürgermeister Rudi Knodel, dass sich Völker vor allem durch das Erleben des gegenseitigen Alltags verstehen. Gerade durch die historischen Ereignisse des 1. und 2. Weltkrieges komme der Durchführung von Schüleraustauschen eine besondere Bedeutung zu. „Ihr seid die Zukunftsgeneration, die das Verhältnis der Länder in Europa prägt", gab er den Jugendlichen und Begleitern als persönliches Rezept mit auf den Weg. Schulleiter Christian Wehrle hob in seiner Ansprache hervor, dass mit der zentralen geographischen Lage Deutschlands innerhalb Europas die Aufgabe verbunden sei, sich sowohl nach Westen als auch nach Osten zu öffnen, um neue kulturelle Erfahrungen zu sammeln und zu stärken. Er stellte heraus, dass diese interkulturellen Erfahrungen eine große Bereicherung im Schulalltag von Jugendlichen sein können und diese dadurch einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Beide wünschten den Schülerinnen und Schülern viele gute Eindrücke. Der Empfang wurde musikalisch durch das Orchester unter der Leitung von Isabel Sauerbier und durch den Chor der Klasse 6d von Gabriela Kneiding untermalt. Das weitere Programm für den Besuch der russischen Schüler wurde speziell auf die Wünsche der Gäste abgestimmt. Dabei durften die Besichtigung von Karlsruhe, Ettlingen, Heidelberg und vor allem auch Baden-Baden nicht fehlen. Außerdem standen eine Ausflugsfahrt in den Schwarzwald zum Mummelsee und ein Besuch in Straßburg auf dem Programm. Mit der Besichtigung des Daimler-Werks in Rastatt wurde ein typisches deutsches Unternehmen vorgestellt.

Die russischen Gäste zeigten sich – wie jüngst auch umgekehrt - beeindruckt und hoben die positive Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen hervor. Welche Bedeutung solche Austauschmöglichkeiten, das vorurteilsfreie Kennenlernen anderer Kulturen hat, zeigte sich auch indirekt im Ausspruch des Weltraumfahrers Alexander Gerst, der meinte, vom All aus seien nationale Grenzen nicht sichtbar.

Erste Schritte zur Partnerschaft vor über 20 Jahren
1991 gab es erste Initiativen für einen Schüleraustausch. Die Deutsch-Russische Gesellschaft in Ettlingen hatte die Wilhelm-Röpke-Schule angesprochen, einen Schüleraustausch mit Gatschina zu beginnen. Der erste Austausch fand dann im gleichen Jahr statt. Nach diesem Beginn besuchten sich die Schüler beider Schulen im zweijährlichen Wechsel. Das Gymnasium in Karlsbad-Langensteinbach nimmt seit 1998 regelmäßig an diesem Austausch teil.