Nulltonnesin

Alljährlich findet im Sterncenter in Sindelfingen eine Messe von JUNIOR, die Organisation, über die wir unsere Schülerfirma gegründet haben, statt. Wir als Schülerfirma „Nulltonne“ haben uns in diesem Jahr auch dorthin gewagt.

Das Konzept der Veranstaltung läuft wie folgt ab: Jede Schülerfirma hat ihren eigenen Stand, an dem sie ihr Produkt präsentiert, und darf sich bei einer kleinen Bühnenpräsentation vorstellen.

Nach etwas Stau auf der A8 kamen wir dann doch noch pünktlich im Sterncenter in Sindelfingen an. Drei Einkaufswägen, voll bepackt mit unseren Büchern, selbst hergestellten Produkten, wie den legendären Kleiderhaken aus Gabeln, und viel, viel Verpackungsmüll. Nachdem wir unseren Stand fertig dekoriert und mit Müll bestückt hatten, versammelten sich alle Schülerfirmen und die Veranstalter an einer kleinen Bühne und die Veranstaltung wurde offiziell eröffnet. Danach konnte sich jede Schülerfirma in einem kleinen 2-minütigen Werbespot vorstellen. Auch wir haben uns auf die Bühne getraut, um uns Sindelfingen und natürlich der Jury zu präsentieren.

Aber unserer Werbespot lief etwas anders ab: Im Vorfeld haben wir den Theaterfundus unserer Schule auf den Kopf gestellt und uns für drei Plastikkleider entschieden. Zu Beginn haben wir im Stil von Karl Lagerfeld eine 1-A Modenschau abgeliefert und unsere einzigartigen Plastikkleider präsentiert. Doch danach wurde es ernst, denn unser Ziel, als Unternehmen „Nulltonne“ ist es, auf das immense Müllproblem aufmerksam zu machen und Tipps und Tricks zum Thema Upcycling zu geben. Deswegen hatten wir uns dafür entschieden einen stillen Protest daraus zu machen. Ohne eine Wort zu verlieren, haben wir uns an den vorderen Bühnenrand gestellt und Plakate hochgehalten. Auf den Plakaten standen Zahlen und Fakten, die Deutschlands Müllproduktion betrafen, aber auch weltweite Prognosen wie zum Beispiel „Laut Prognosen in 35 Jahren 3x mehr Müll im Ozean als Fische!“

Als wir die Recherche zu den Plakaten gemacht habe, ist uns selbst kurz die Luft weggeblieben, als wir solche Schlagzeilen gelesen haben. Anscheinend ging es nicht nur uns so, sodass die Sätze im Gedächtnis blieben und Neugierde geweckt haben, denn das komplette Jury-Team kam zu unserem Stand, um sich über uns und unser Produkt zu informieren.

Nach dem ersten Vorstellungsblock gingen alle Schülerfirmen an ihre Stände zurück, um weiter ihre Produkte zu verkaufen. Wir haben uns danach entschlossen, mit unseren Plastikkleidern durchs Einkaufscenter zu laufen und Flyer zu verteilen. Wir waren der „Eyecatcher“ schlechthin und somit fiel es leicht unseren Bekanntheitsgrad zu vergrößern. Es hat unfassbar Spaß gemacht, auf eine ganz andere Art die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. In der Mittagspause haben wir uns dazu entschlossen, mit unseren Essens-Gutscheinen dem Chinesischen Restaurant einen Besuch abzustatten. Nach einer großen Portion Nudeln gingen wir frisch gestärkt in die zweite Hälfte des Tages. Am Nachmittag gab es noch eine Vorstellungsrunde der Schülerfirmen, die sich noch nicht vorgestellt hatten. Auch diese durften sich in einem 2-minütigen Werbespot der Jury präsentieren. Gegen 15.30 Uhr gab es die Preisverleihung, in drei Kategorien wurde prämiert. Zum einen gab es Preise für die zwei schönsten Messestände, es gab Preise für die zwei besten Bühnenperformances und es gab Preise für die innovativsten Geschäftsideen. Wir konnten in der Kategorie beste Bühnenperformance überzeugen und den 1. Platz belegen. Mit einem Scheck von 100€ Preisgeld durften wir Sindelfingen wieder verlassen. Wir sind unglaublich stolz darauf, die Jury mit unserem stillen Protest überzeugt zu haben und dafür auch einen Preis gewonnen zu haben. Uns hat der Tag sehr viel Spaß gemacht und es war schön zu sehen, was auch andere Schülerfirmen für Ideen hatten und was für Gedanken dahinter steckten. Ebenso erfreulich war das Interesse der Leute an unserer Idee und unserer Vision.

Unterstützt werden wir von JUNIOR, ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln JUNIOR GmbH. JUNIOR wird auf Bundesebene zum Beispiel durch die KfW Mittelstandbank, das Handelsblatt, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, der AXA Versicherung und FedEx gefördert.
Mehr Infos finden sie unter www.juniorprojekt.de